Von Walter Schubert erschienen am 22.11.2011 in der Bergischen Morgenpost
Wermelskirchen. Zu einer „UN-konventionellen“ Veranstaltung hatte die Lebenshilfe Rhein-Wupper ins Kino Filmeck eingeladen. „Unkonventionell“ stand für außergewöhnlich. „UN“ nahm Bezug auf die Vereinbarung der Vereinten Nationen (UN = United Nations) zum Umgang mit behinderten Menschen.
Gezeigt wurde der spanische Film „Me too – wer will schon normal sein?“. Eine wunderbare und anrührende Geschichte über das Leben und die Liebe: Daniel (Paplo Pineda) hat trotz seines Down-Syndroms sein Studium erfolgreich abgeschlossen, findet seine erste Arbeitsstelle und lernt Laura (Lola Duenas) kennen. Was als Freundschaft beginnt, entwickelt sich zu einer großen Liebe. Ein Film mit vielen bedrückenden und nachdenklichen Momenten aber auch mit unbeschwerter Heiterkeit und zum Lachen.
Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Martin Plug, Abteilungsleiter der Werkstatt Lebenshilfe, trafen sich auf der Bühne Lebenshilfevorsitzender Jürgen Löhmer, Norbert Klein vom Landschaftsverband Rheinland, Unternehmer Walter vom Stein, Kirsten Nebeling und Wölli Klewinghaus vom Lebenshilfebeirat sowie zwei Gäste aus Bulgarien, Mariana Wassilewa und ihr Sohn Daniel Wassilew.
Jeder hat die gleichen Rechte
Als Einstieg fasste Plug die UN-Konvention in einfachen Worten zusammen: „Jeder Mensch mit Behinderung hat die gleichen Rechte. Jeder hat das Recht, gut zu leben und gut behandelt zu werden. Jeder hat das Recht auf Hilfe, und niemand darf diskriminiert oder benachteiligt werden.“ „Inklusion“ ist der Oberbegriff – alles ist inklusiv, alles wird eingeschlossen. Also auch die Menschen mit Behinderung. Dass das ein schwieriger und langer Weg ist, zeigte die Diskussion. Immer wieder sind Barrieren im Weg, nicht nur praktisch in Form von Stufen und Treppen, sondern auch in den Köpfen. „Das ist nichts für Dich“ oder „Das kannst Du nicht“ sind immer wieder Aussagen, die das Leben von behinderten Menschen erschweren. Dabei können sie es auch, wenn Hilfe da ist. Klewinghaus und Nebeling berichteten über ihre Probleme, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Beide haben ihre eigenen Wohnungen bezogen, und das ist ein Riesenerfolg. Walter vom Stein erzählte: „Immer, wenn ich morgens zu meiner Firma fahre, treffe ich fröhliche Menschen, die auf dem Weg zu Arbeit bei der Lebenshilfe sind. Diese Fröhlichkeit kann ich bei den ,Normalen’ oft nicht feststellen.“ Und so entstand spontan die Idee, Menschen mit Behinderung probeweise einzustellen.
Norbert Klein vom LVR berichtete über die Partnerschaft mit Bulgarien. Die UN-Konvention hat nicht nur mit finanzieller Unterstützung zu tun. „Die Änderungen müssen in den Köpfen stattfinden,“ sagte Klein.
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